Der globale Klimawandel hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Umwelt, insbesondere auf die Klimatische Wasserbilanz. Klimatrends zeigen eine Zunahme der Verdunstung aufgrund steigender Temperaturen sowie eine Abnahme der Niederschläge im Sommerhalbjahr. Die Klimatische Wasserbilanz beschreibt das mengenmäßige Verhältnis von Niederschlag und berechneter Verdunstung.  Anhand dieser Größe kann eine Aussage über die Wasserverfügbarkeit getroffen werden. In Gebieten mit einer langanhaltenden negativen Klimatischen Wasserbilanz im Sommerhalbjahr übersteigt die Verdunstung die Niederschläge deutlich, sodass Trockenstress bei den Pflanzen auftreten kann und eine Beregnung notwendig wird.

Die folgende Karte des Deutschen Wetterdienstes zeigt die Veränderung der Klimatischen Wasserbilanz im Zeitraum 1991 – 2020 im Vergleich zum Zeitraum 1981 – 2010 in Niedersachsen und Bremen. Betrachtet wird die Vegetationsperiode von April bis September. Die Veränderung der Werte ist in verschiedenen Farben dargestellt. Braune, orange und gelbe Flächen zeigen eine Veränderung hin zu einem negativen Saldo der Klimatischen Wasserbilanz. Gebiete ohne Änderung der Klimatischen Wasserbilanz sind weiß dargestellt. Regionen mit einer positiven Veränderung der Klimatischen Wasserbilanz sind blau dargestellt.

In weiten Teilen Niedersachsens ist die Klimatische Wasserbilanz im Vergleich zum Referenzzeitraum negativer geworden. Die Wasserverfügbarkeit ist geringer geworden. Im Norden und Westen Niedersachsens ist es im Sommerhalbjahr vielerorts um etwa 15 – 25 mm trockener geworden. Südlich einer Linie von Nienburg über Celle bis Helmstedt nahm die KWBv um mehr als 25 mm ab. Besonders in den Hochlagen des Weserberglandes und des Harzes hat die KWBv sogar um bis zu -85 mm  abgenommen.

Eine leichte Veränderung zu einem positiveren Saldo der Klimatischen Wasserbilanz ist nur in sehr kleinen Gebieten der Landkreise Emsland, Leer und Stade festzustellen.